Franziskus‘ Aufruf zum Heiligen Jahr: „Barmherzig wie der Vater“

Franziskus‘ Aufruf zum Heiligen Jahr: „Barmherzig wie der Vater“. Unter diesem Motto beginnt das außerordentliche Jubiläum zum 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils am 8. Dezember 2015, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, und endet am 20. November 2016, dem Christkönigssonntag.

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Zeit der Barmherzigkeit
Bereits Anfang dieses Jahres hatte Papst Franziskus verkündet: „Das ist die Zeit der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschaftsbereiche hineintragen. Vorwärts!“ In seiner Verkündigungsbulle Misericordiae vultus kritisiert Franziskus, dass Barmherzigkeit einen viel zu geringen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehme. Obwohl es unmittelbarer Bestandteil des Christentums sei, scheinen das „Wort und der Begriff ‚Erbarmen‘ […] den Menschen zu befremden, der dank eines […] wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts Herrscher geworden ist und sich die Erde untertan gemacht und unterjocht hat (vgl. Gen 1,28). Dieses Herrschen über die Erde, das zuweilen einseitig und oberflächlich verstanden wird, scheint für das Erbarmen keinen Raum zu lassen.“ (1)

Das Jahr der Barmherzigkeit soll allen Christen Anlass dazu geben, über die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit nachzudenken und sich seiner Bedeutung bewusst zu werden. (2) Eine Theologie der Barmherzigkeit fordert dazu auf, das Unrecht und das Leid in unserer Welt wahrzunehmen und entsprechende Konsequenzen für unser Handeln zu ziehen.

Das vergessene Leid

100% der sogenannten Nutztiere werden im Schlachthaus gewaltsam getötet
100% der sogenannten Nutztiere werden im Schlachthaus gewaltsam getötet

Doch noch immer verschließen wir die Augen vor dem Leid, das täglich Milliarden Tieren in der Massentierhaltung widerfährt! In Deutschland leben 95 Prozent der Rinder, 97 Prozent der Hühner und 99 Prozent der Schweine in der sogenannten Intensivtierhaltung. 100 Prozent der Tiere – auch die aus Bio-Betrieben – werden im Schlachthof getötet. Zählt man Puten, Enten, Gänse und Kaninchen dazu, sind das Jahr für Jahr allein in Deutschland über eine Milliarde Tiere, die für die „Produktion“ von Fleisch völlig unnötig leiden und sterben müssen. All diese Tiere verbringen ihr kurzes Leben in überfüllten Käfigen oder Ställen und müssen auf ihren eigenen Exkrementen liegen bzw. stehen. Meist sind sie so dicht zusammengedrängt, dass sie sich noch nicht einmal umdrehen oder ihre Flügel spreizen können. Nach einem angsterfüllten Transport, bei dem viele Tiere zum ersten Mal in ihrem Leben das Tageslicht sehen und zum ersten mal Frischluft atmen, gelangen sie zum Schlachthaus. Da die Schlachthofarbeit zunehmend von ungelernten Arbeitern im Akkord durchgeführt wird, sind zahlreiche Tiere bei vollem Bewusstsein, wenn sie getötet werden. (3) Etwa eine halbe Million Schweine enden bei lebendigem Leib im Brühkessel und sterben langsam und qualvoll. (4)

Erbarmt euch aller Geschöpfe
So, wie Jesus Gottes Barmherzigkeit erfahren hat, so, wie wir Menschen Jesu Barmherzigkeit erfahren haben, so sollten auch die Tiere unsere Barmherzigkeit erfahren. „Verfallen wir nicht in die Gleichgültigkeit, die erniedrigt, in die Gewohnheit, die das Gemüt betäubt und die verhindert etwas Neues zu entdecken, in den Zynismus, der zerstört. Öffnen wir unsere Augen, um das Elend dieser Welt zu sehen, die Wunden so vieler Brüder und Schwestern, die ihrer Würde beraubt sind. Fühlen wir uns herausgefordert, ihren Hilfeschrei zu hören!“ (5)

Starten Sie gemeinsam mit uns in ein Jahr der Barmherzigkeit! Mit einer veganen Ernährung erbarmen Sie sich Mensch, Tier und Umwelt. Unser kostenloses Veganstart-Programm bietet Ihnen zahlreiche Tipps und vegane Rezepte.

Weitere Informationen

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Quellen
(1) Papst Franziskus: Misericordiae vultus. Verkündigungsbulle von Papst Franziskus zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit. Bonn 2015, S. 7.
(2) Vgl. Ebd., S. 21.
(3) Deutscher Bundestag (2012): Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren. Drucksache 17/10021.
(4) Focus online (2013): Verbot von Akkord Schlachtungen? 500 000 Schweine verbrühen bei lebendigem Leib.
(5) Papst Franziskus: Misericordiae vultus, S. 9.

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