Mein Pelz gehört mir!

Mein Pelz gehört mir! Kragen, Bommel, Applikationen: Die kalte Jahreszeit offenbart das traurige Ausmaß dieses vermeintlichen Trends. Ob Mann oder Frau, jung oder alt – die Vorliebe für Pelz hat erschreckenderweise viele Gesichter. Doch der Kauf dieser „modischen“ Accessoire fördert vor allem eins: Das sinnlose Leiden und Sterben von Millionen Mitgeschöpfen.

Was sagt die Kirche?
Im Katechismus der katholischen Kirche heißt es: „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat […]. Somit darf man sich der Tiere […] zur Herstellung von Kleidern bedienen.“ (1) Doch bedeutet unsere Gottebenbildlichkeit wirklich, dass wir Tiere gezielt züchten, einsperren, quälen und töten dürfen, um uns mit ihrer Haut zu kleiden?

Denn, auch das besagt der Katechismus, es „widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten.“ (2) In einer Zeit, in der es genügend Alternativen gibt, um warm und modisch durch die kalte Jahreszeit zu kommen, sind Pelzjacken, -mützen und –handschuhe jedoch genau das geworden: nutzlos.

Bei der sogenannten Pelzernte wird den Tieren gewaltsam ihre Haut abgerissen - manchmal noch bei lebendigem Leibe. Foto: (c)PETA-Asia-Pacific
Den Tieren wird gewaltsam ihre Haut abgerissen – manchmal noch bei lebendigem Leibe. Foto: (c)PETA-Asia-Pacific

Pelz – die Fakten
Allein in China, dem weltweit größten Pelzwarenexporteur, werden jedes Jahr schätzungsweise 70 Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde sowie rund zwei Millionen Hunde und Katzen für die Pelzproduktion getötet. Den Tieren wird mit Knüppeln mehrfach auf den Kopf geschlagen, sie werden vergast oder mit einem analen Stromschlag, bei dem den Tieren eine Eisenstange in den Mund und in den After gestoßen wird, getötet. Einigen Tieren wird bei lebendigem Leib das Fell vom Körper gerissen. Da in China keinerlei effektive Tierschutzgesetze existieren, werden keine Strafen auf Tierquälerei verhängt.

Doch es spielt keine Rolle, ob Tiere zur Pelzgewinnung in Europa, Asien oder Nordamerika gezüchtet und getötet werden – sie leiden überall unter den gleichen furchtbaren Lebensbedingungen und brutalen Schlachtmethoden. Wie in anderen Massentierbetrieben, in denen die Tiere unter extrem beengten Verhältnissen gehalten werden, orientieren sich die Methoden auf Pelzfarmen ausschließlich an maximalem Profit, was immer zu Lasten des Wohlergehens der Tiere geht. Zu den Tieren, die am häufigsten auf Pelzfarmen gehalten werden, gehören Nerze, gefolgt von Füchsen. Doch auch Chinchillas, Luchse, Kaninchen, Hunde, Katzen und sogar Hamster werden für den Pelzhandel gezüchtet. (3)

Um möglichst billig zu produzieren, werden die Tiere zu Abertausenden in winzige, karge und verdreckte Drahtgitterboxen gepfercht, in denen sie sich kaum bewegen können. Sie sind gezwungen, ihr ganzes trauriges Leben in ihren eigenen Exkrementen auf den gleichen Beton-, Draht- oder Gitterböden zu verbringen und haben keinerlei Möglichkeit, ihren natürlichen, instinktiven Verhaltensweisen nachzugehen.

Auch Hunde und Katzen werden für ihre Haut getötet. Foto: (c)PETA-D-Karremann
Auch Hunde und Katzen werden für ihre Haut getötet. Foto: (c)PETA-D-Karremann

Deshalb pelzfrei!
Lassen sich diese Verbrechen an unseren Mitgeschöpfen wirklich mit der Gottebenbildlichkeit rechtfertigen, so wie es im Katechismus getan wird? Bedeutet es, nach Gottes Ebenbild geschaffen zu sein, nicht viel mehr, die Schöpfung als sein Stellvertreter zu verwalten, sie verantwortungsvoll fortzuführen und ihre gottgegebene Harmonie zu bewahren? Diese Frage scheint angesichts unseres heutigen zu weilen ruchlosen Umgangs mit der Umwelt durchaus ihre Berechtigung zu haben.

Auch wenn die Katholische Kirche die Nutzung von Tieren zur Textilgewinnung zugesteht: Auf Pelz zu verzichten macht Sie nicht zu einem schlechteren Christen, aber mit Sicherheit zu einem besseren Menschen für die Tiere.

Geben Sie jetzt Ihr Anti-Pelz-Versprechen ab und sagen Sie Nein zu Pelz!

Gut zu wissen
Viele TrägerInnen wissen nicht einmal, dass der Besatz auf ihrer Jacke tatsächlich mal ein Tier gewesen ist. Weder das Preisschild noch die Angaben im Innenetikett geben Auskunft darüber, denn echter Pelz ist heutzutage oftmals günstiger als unechter und auch die Deklarationen in Parkas oder Mützen sind häufig falsch oder fehlen. Wie Sie beim Einkauf auf Nummer sicher gehen können, erfahren Sie hier.

Mehr Informationen
Die unschuldigen Opfer der Modeindustrie
Echtpelz oder Kunstpelz?

Quellen
(1) Katechismus der Katholischen Kirche: Achtung der Menschen und ihrer Güter. (Letzter Zugriff: 24.11.2015)
(2) Ebd.
(3) Foulkes, Nick (2000): To make 1 of These…You need 183 of These. ES Magazine.

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