PETAs Person of the Year: Papst Franziskus

PETAs Person of the Year: Papst Franziskus erhält in diesem Jahr die begehrte Auszeichnung der Tierrechtsorganisation. Ob Politiker, Prominente oder Wissenschaftler – PETA ehrt Menschen, die sich in besonderer Weise öffentlich für die Wahrnehmung des Tierrechtsgedanken engagieren. Mit seinem Namen erinnert Papst Franziskus an den Heiligen Franz von Assisi – den Schutzheiligen der Tiere. In diesem Licht ist er auch der erste Papst, der je von PETA USA, PETA UK und PETA Deutschland zur Person des Jahres gewählt wurde.

 Foto: (c)ClipDealer

Mit der Veröffentlichung seiner Enzyklika Laudato si’ – Über die Sorgen für das gemeinsame Haus verabschiedete Papst Franziskus die erste Umweltenzyklika, in der er sich mit der „sozio-ökologischen Krise“ unseres Lebenshauses befasst. Er fordert eine „ganzheitliche Ökologie“ und appelliert an die „soziale Verantwortung der Verbraucher“, auch gegenüber unseren Mitgeschöpfen, mit denen wir „durch eine unsichtbare Bande verbunden sind und […] eine Art universale Familie bilden, […] die uns zu einem heiligen, liebevollen und demütigen Respekt bewegt.“ (1)

Der Herrschaftsauftrag – ein missverstandener Auftrag

Entsprechend kritisiert er die Fehlinterpretation des sogenannten Herrschaftsauftrags und die in dieser Konsequenz entartete „anthropozentrische Maßlosigkeit“. (2) „Der letzte Zweck der anderen Geschöpfe sind nicht wir“, so Franziskus. (3) Diesbezüglich weist er die Vorwürfe zurück, dass die katholische Kirche eine absolute Herrschaft über andere Geschöpfe aus der Gottebenbildlichkeit begründet habe. (4) Denn „herrschen“ (vgl. Gen 1,28) bedeute auch, Verantwortung zu übernehmen.

In unserem Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen offenbart sich auch unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen, denn „die gleiche Erbärmlichkeit, die dazu führt, ein Tier zu misshandeln, zeigt sich unverzüglich auch in der Beziehung zu anderen Menschen. Jegliche Grausamkeit gegenüber irgendeinem Geschöpf ‚widerspricht der Würde des Menschen‘“, so der Papst. (5)

Franziskus: Jeder Einzelne ist gefragt

Deshalb sei es erforderlich, in eine neue Beziehung mit der Natur, unseren Mitgeschöpfen und somit auch mit Gott zu treten. Wir Menschen müssen anfangen, unseren Planeten als gemeinsames Haus zu betrachten: „Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen [sic!] gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben.“ (6) Franziskus sieht hier jeden Einzelnen in der Pflicht, sein Handeln zu überdenken, um dieser Berufung gerecht zu werden. „Eine Änderung der Lebensstile könnte dazu führen, einen heilsamen Druck auf diejenigen auszuüben, die politische, wirtschaftliche und soziale Macht besitzen. Das ist es, was die Verbraucherbewegungen erreichen, die durch den Boykott gewisser Produkte auf das Verhalten der Unternehmen ändernd einwirken und sie zwingen, die Umweltbelastung und die Produktionsmuster zu überdenken.“ (7)

Christen für Tiere sieht in den zentralen Aussagen der Enzyklika den subtilen Aufruf zur veganen Lebensweise – sie achtet das Leben der Tiere als das unserer Mitgeschöpfe, verbraucht nachweislich weniger Ressourcen und trägt somit aktiv zum Kampf gegen den Hunger in der Welt und den Klimawandel bei.

Papst Franziskus‘ mahnende Worte für ein neues Bewusstsein im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen und unserer Umwelt machen ihn verdient zu „PETAs Person of the Year“.

Die Urkunde

Die Urkunde, die Papst Franziskus in unserem Namen erhält, ist, entsprechend der Kirchensprache, auf Latein verfasst. Die deutschsprachige Übersetzung finden Sie weiter unten.

Die Urkunde, die Papst Franziskus in unserem Namen erhält, ist, entsprechend der Kirchensprache, auf Latein verfasst. PETA MMXV - PETA 2015 Anni Homo - Person des Jahres Sancto Suo Papae Francisco - Seine Heiligkeit Papst Franziskus PETA noscit et gratis agit - Durch PETA in Anerkennung und Dank pro incitando Catholicos Romanos omnes et civis omnes ceteros terrarum animales colere et pro admonendo unum quisque quodque “crudelitatis factum adversum quicquam animal ‘contra dignitatem hominum’”. - für den Appell an alle römisch katholischen Christen und alle Weltenbürger, Tiere respektvoll zu behandeln und für die Erinnerung: „Jegliche Grausamkeit gegenüber irgendeinem Geschöpf „widerspricht der Würde des Menschen.“ Foto: (c)PETA

PETA 2015
Person des Jahres
Seine Heiligkeit Papst Franziskus
Durch PETA in Anerkennung und Dank
für den Appell an alle römisch katholischen Christen und alle Weltenbürger,
Tiere respektvoll zu behandeln und für die Erinnerung:
„Jegliche Grausamkeit gegenüber irgendeinem Geschöpf ‚widerspricht der Würde des Menschen‘“.

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Weitere Informationen

Franziskus‘ Aufruf zum Heiligen Jahr: „Barmherzig wie der Vater“

Quellen

(1) Papst Franziskus: Enzyklika Laudato si’. Über die Sorge für das gemeinsame Haus. S. 38. Rom. (letzter Zugriff 30.11.2015)
(2) Ebd., S. 49.
(3) Ebd., S. 35.
(4) Ebd., S. 28.
(5) Ebd., S. 92.
(6) Ebd., S. 92.
(7) Ebd., S. 87.

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